Von der wilden Maus zurück in eine (neue) Eiszeit

Die “Wilde Maus” oder auch “Crazy Mouse” ist ein Achterbahntyp, jedoch auch ein Kinofilm des Österreichischen Kabarettisten Josef Hader. 

So wie in einer Achterbahn geht es auch in dieser Ö/D-Produktion aus dem Jahr 2017 auf und ab. Auf Trennung, Trauer und Abschied folgen neue/alte Begegnungen und die Suche nach alternativen Lebenskonzepten beginnt. Doch “erst wenn alles scheissegal ist, macht das Leben wieder Spaß” singen Element of Crime und auch Josef Hader muß es im Film genau wissen. Zuerst das Ticket nach ganz nach unten lösen, bevor man sich dann wieder wie ein Phönix aus der Asche zu neuen Höhen aufschwingt. Doch in diesem Film läuft alles “a bisserl” anders als in Hollywood. Genug gespoilert. 
Der Mensch ist zwar ein Gewohnheitstier, jedoch auch ein Anpassungskünstler. Ich habe den Eindruck, dass durch die zwangsläufige Verlagerung auf das Digitale sich zwischenmenschlich gerade Vieles abkühlt. Es fällt mir am stärksten bei zufälligen “analogen” Begegnungen mit lieben Menschen auf, die ich vor Corona immer umarmt hatte. Oft weiß man jetzt nicht genau und ist verunsichert, wie man sich jetzt begegnen und vor allem begrüßen soll. Ob das zurück zu einer neuen zwischenmenschlichen Eiszeit und einem neuen Biedermeier führt, wage ich nicht beurteilen. Inzwischen steuern wir jüngsten Klima-Berichten zur Folge weiter einer Warmzeit entgegen. Ob die Folgen der Erderwärmung die zwischenmenschliche Eiszeit noch weiter verstärken wird? Inwieweit sind wir in der Lage, uns an das neue “Klima” anzupassen? Inzwischen fahre ich noch eine Runde mit der Wilden Maus. Natürlich allein! Und ihr so?